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Screenshot - Die Siedler. Quelle: Die Siedler
Gut geeignet fürs Netz: Aufbau- und Strategiespiele wie "Die Siedler"

Gamescom: Spiele to go

Große Firmen locken Kunden mit Gratis-Spielen

von Anatol Locker

Bewegungssteuerung oder Zocken in 3D: Die Spielebranche präsentiert sich auf der Kölner Gamescom innovationsfreudig. Trend: Hochwertige Games gratis an Kunden. Unter den Highlights sind Online-Versionen von "Age of Empires" oder "Die Siedler".

Es gibt kaum eine Branche, die das Internet nicht radikal umkrempelt. Das trifft auch auf die Computer- und Videospielbranche zu. Bislang war deren Geschäftsmodell simpel: Spiele wurden vornehmlich auf Datenträgern verkauft. Seit 2005 gab's dank DSL erstmals Spiele zum Download. Nun folgt der nächste Schritt: Statt das Programm auf den Computer des Spielers zu laden, kann er es gleich im Internet spielen. Und zwar kostenlos.

"Free-to-play"-Spiele gehören zu den großen Gewinnern der Spielebranche. Die Firmen verdienen ihr Geld, weil treue Kunden für Komfortdienste oder attraktive Gegenstände einige Euros ausgeben. Dass dieses Business-Modell hervorragend funktioniert, beweisen die steilen Wachstumsraten der deutschen Firmen Bigpoint, Gamesforge und Travian Games.

Spiele zu TV-Serien: Die Großen kommen

Noch vor zwei Jahren konnte man Zocker mit Browser-Games nicht hinter der Konsole hervorlocken. Sie entsprachen weder optisch noch inhaltlich dem Standard. Das hat sich geändert. Dank neuer Entwicklungstools wie der Grafik-Engine "Unity 3D" unterscheiden sich Browserspiele kaum noch von älteren PC-Spielen. So investierte die Firma Bigpoint 2 Millionen Euro in ihr Gangsterspiel "Poisonville", das seinem Vorbild "Grand Theft Auto III" optisch recht nahe kommt.

Nun macht die Browsergames-Branche den nächsten Schritt: Sie kaufen Lizenzen ein, die bei Spielern beliebt sind und Aufmerksamkeit garantieren. Gameforge beispielsweise sicherte sich die "Star Trek"-Lizenz. Das Online-Rollenspiel "Star Trek Infinite Space" erscheint Sommer 2011. In den Spuren von Captain Picard geht's um um neue Welten, Diplomatie und zünftigen Raumkampf. Weitere Titel aus dem Star Trek-Universum, darunter auch für Facebook, sollen folgen.

           


Köln: Neue Ideen auf der Gamescom

Gegenspieler Bigpoint wirft mit "Battlestar Galactica" ebenfalls eine große Science-fiction-Serie in den Ring. Bis zu 5.000 Spieler können gleichzeitig an Raumschlachten teilnehmen. Das Spiel soll bereits im Herbst starten. Um ihm mehr Flair zu geben, treten sogar die originalen Serien-Schauspieler auf.

Von Zivilisationen und Weltreichen

Nun wagen sich auch die Traditionshersteller ins "Free-to-Play"-Territorium. So setzt Branchenriese UBI-Soft seinen Klassiker "Die Siedler" fürs Internet um. Das Spiel befindet sich derzeit im Betatest. Microsoft kontert mit dem Strategie-Klassiker "Age of Empire", das - durch neue Spielelemente aufgepeppt - über Windows-Live spielbar sein wird. Auch die Entwickler-Legende Sid Meier ("Pirates", "Gunship") arbeitet an einer Umsetzung des Klassikers "Civilisation", das man auf Facebook spielen kann.

 

Quelle:heute.de